Ich, der Bestsellerschreiber

Ich, der Bestsellerschreiber.  (2011)

Ich schreibe gerne u.a. auch Leserbriefe, von denen sogar etwa ein Drittel veröffentlicht wurde. Nachdem ein kleiner Aktenordner fast voll davon war, hatte ich mich entschlossen, sie in einem Buch zu veröffentlichen. Damit das Buch auch voll wurde, habe ich noch einige Essays und Kommentare zu allen möglichen Themen geschrieben und auch die unvermeidlichen Memoiren, eigentlich nur 15 Seiten Erinnerungsfetzen aus meiner Kindheit und Jugend. Viele Beiträge, die Sie hier lesen, stammen teilweise mit kleinen Veränderungen aus diesem Buch.

Dann suchte und fand ich im Internet einen Verlag, der genau auf mich gewartet hatte. Ich habe also ein druckfertiges Manuskript abgeliefert und  nachdem ich eine Unkostenbeteiligung von über dreitausend Euro gezahlt hatte, wurde mir eine Erstauflage von tausend Exemplaren zugesichert, jedoch – um Lagerkosten zu sparen, so der Verlag – wurden zunächst nur 250 Exemplare gedruckt. Aber mir wurde bei dreitausend (oder fünftausend?) verkauften Exemplaren die Erstattung meines Vorschusses in Aussicht gestellt. Ich erhielt 30 Freiexemplare und sah mich schon auf Platz eins der SPIEGEL-Bestsellerliste. Im Laufe eines Jahres wurden aber nur elf Exemplare verkauft, davon zehn von mir selber. So funktioniert scheinbar das Erfolgsmodell des Verlages. Ich habe darauf hin den Verlagsvertrag gekündigt und der Rest meiner Bücher ist wahrscheinlich in der Makulatur gelandet.

(Wissen Sie vielleicht einen für mich geeigneten, seriösen Verlag, der keinen Vorschuss verlangt? Ich beabsichtige, das Buch mit aktualisierten Beiträgen erneut drucken zu lassen. Diese Homepage soll ein Auszug davon sein.)

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