Die Enzyklika Laudato SI

Die Encyclica Laudato si. (2015)

Schon bevor Papst Franziskus seine "Encyclica Laudato Si" zur Veröffentlichung freigegeben hatte, sagte der republikanische Präsidentschaftskandidat Jeb Busch, dass er „sein Handeln nicht von Bischöfen und dem Papst abhängig machen kann“. Dann hörte ich heute, 19.07.2015, in der Presseschau des Deutschlandfunks einen Kommentar der FAZ, dem Zentralorgan der Besitzenden und Einflussreichen, dass sich in der Encyclica „sich die katholischen Vorbehalte gegen eine ordoliberale Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung mit den üblichen Verurteilungen ----- zu einem moralinsauren Gebräu verbinden. Versatzstücke von Verelendungs- und Verschwörungstheorien machen das ökologische Manifest mitunter ungenießbar."

Da habe ich mir sofort gesagt: Halt, an der Encyclica muss wirklich etwas dran sein, und ich habe sie mal durchgeblättert. Das meiste davon (245 Abhandlungen!) ist für mich von wenig Interesse. Aber was mich interessiert hat, war die Kritik des Papstes an unserem zerstörerischen Konsumverhalten, an der Macht der Großkonzerne und Banken und an der Ausbeutung armer Länder. Er hat gesagt: „Die armen Länder können ihre Güter und Ressourcen nicht nutzen. Das verwehrt ihnen ein strukturell perverses System von kommerziellen Beziehungen und Eigentumsverhältnissen.“ Das war Balsam für meine linke Seele, und ich kann die Äußerungen von Jeb Bush und der FAZ gut verstehen: Es jault jeder Hund, wenn er verprügelt wird.

Zu der alttestamentlichen Aufforderung "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht euch die Erde untertan" hat er, der sich selber und seine Mitstreiter nicht an dieses Gebot hält, leider nur gesagt:: “Anstatt die Probleme der Armen zu lösen und an eine andere Welt zu denken, haben einige nichts anderes vorzuschlagen als eine Reduzierung der Geburtenrate.“ Hier hätte ich von diesem Papst weniger Illusionen und wenigstens ein ganz kleines Entgegenkommen in Bezug auf die Empfängnisverhütung erwartet. Aber nein, hier wird die kirchliche Weltfremdheit nahtlos fortgesetzt. Es wird jeder Geschlechtsakt ohne Ehe als Sünde verdammt, was man als frommer Katholik durchaus akzeptieren kann und was auch von vielen anderen akzeptiert wird. Dass aber auch der Beischlaf selbst in der Ehe nur dann sündenfrei ist, wenn er mit der Möglichkeit verbunden ist, neues Leben zu zeugen, ist so weltfremd. dass es schon peinlich ist. Dabei ist eine Reduzierung der Geburtenrate das einzig wirksame Mittel zur Verhinderung der ganz großen Katastrophe. Andererseits sind die Encycliken, soweit sie die Empfängnisverhütung behandeln, in Europa wenig wirksam. Leider sieht es Afrika und Asien anders aus. Kommt auf großen internationalen Konferenzen das Thema Geburtenkontrolle zur Sprache, marschiert die katholische Kirche in bester Eintracht mit dem Islam  gegen jede Vernunft

Hier sei noch einmal wiederholt, was ich schon in einem Leserbrief geschrieben habe: Da der Klimawandel von Menschen gemacht wird, sollten doch folgende Zahlen zu denken geben: 1800 lebten auf der Welt eine Milliarde Menschen, 1927 waren es zwei Milliarden, 1974 waren es vier Milliarden, 2020 werden es wahrscheinlich acht Milliarden sein. Da ist es wenig tröstlich, dass eine Verdoppelung dieser Zahl wohl nie eintreten wird, denn schon vorher wird die Erde so verwüstet sein und das Klima so geschädigt, dass  die Menschen durch Naturkatastrophen, Hungersnöte, Seuchen, Kriege und Massaker sich nicht mehr weiter wie bisher vermehren können. Zum Schutz von Flüchtlingen brauchen wir uns dann keine Gedanken machen, sondern nur  noch um den Schutz vor Flüchtlingen.

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