Die amerikanische Jistizlotterie.

Die amerikanische Justizlotterie.

Ein Urteil aus dem Tollhaus der amerikanischen Justizlotterie war meiner Tageszeitung, der Kölnischen Rundschau, eine dicke Schlagzeile wert. Das war die "weltbewegende" Neuigkeit: Da hat ein ehemaliger US-Catcher (Wrestler) ein  „Catcherturnier“ veranstaltet mit der Ehefrau seines Freundes in dessen Ehebett und angeblich mit Einverständnis des Freundes. Dabei wurde er -  angeblich heimlich - gefilmt und der Film gegen seinen Willen im Internet veröffentlicht. Zweifellos eine ist Letzteres eine strafwürdige Sauerei, die das Gericht mit 115 Millionen Dollar geahndet hat, nach anderen Meldungen sollen es sogar 140 Millionen sein. Strafe für die Veröffentlichung und eine Entschädigung und Schmerzensgeld für den Catcher muss sein, aber in dieser absurden Höhe ist sie pervers.

Was hat da wohl die Firma VW zu erwarten?!

Hier ein weiterer Fall, August 2018, bei dem die amerikanische Sammelklagen-Connection  sich wieder eine erfolgversprechende Finanzwuelle aufgetan hat: Glyphosat.
Glyphosat ist ein Unkrautvernichter, der seit ca. 40 Jahren am Markt ist. Nun soll dieser Stoff krebserregend sein. Je nachdem, von wem und in wessen Interesse entsprechende Gutachten erstellt wurden, wird der Verdacht bestätigt oder in Abrede gestellt. Nun haben Juristen als Fachleute für solche Fragen festgestellt, dass Glyphosat zweifelsfrei krebserregend ist und sie haben einer geschädigten Einzelperson einen Schadensersatz von sage und schreibe 289 Millionen Dollar erstritten. Sie drohen nun unter Berufung auf dieses Urteil mit Sammelklagen für mehrere hundert tatsächlich oder angelich Geschägte. Der Hersteller von Glyphosast wird natürlich Einspruch erheben, und man wird sich dann nach monatelangen Verhandlungen, wenn die Juristen der Meinung sind, sie hätten an dem Fall genug verdient, wie schon so oft auf eine größere Summe als Schadensersatz einigen. Die Justiz-Connection wird dann nach der nächsten lukrativen Sammelklage suchen und auch finden. So weit so gut oder schlecht, aber ich frage mich, wie kann ein Gericht mit Menschen, die doch halbwegs bei Verstand sein sollten, für eine Einzelperson eine Entschädigung in dieser abartigen Höhe zusprechen.

Besucherzähler 794