Der Ukrainekrieg

Der Ukrainekrieg.

Russland dominierte den Warschauer Pakt genau so wie auf der Gegenseite die USA die Nato. 1991 wurde der Warschauer Pakt aufgelöst und Russland wurde Nachfolger der Sowjetunion. Viele Staaten des Warschauer Paktes wurden nun souverän. Gegen das Versprechen, dass es keine Nato-Osterweiterung  geben werde, wurde die DDR praktisch zum Nulltarif der Bundesrepublik übergeben und von Russland ging zu der Zeit keine Bedrohung mehr aus. Logischerweise hätte sich auch die Nato auflösen müssen und es wäre dann Frieden im Westen und im Osten. Doch Frieden ist nun wirklich das Allerletzte, was die Rüstungsindustrie der USA brauchen kann, und so wurde die alte Feindschaft mit Eifer wieder neu aufgebaut. Russland wurde gedemütigt, belogen und betrogen. Keine Natoerweiterung nach Osten?  Dieses Versprechen habe es niemals gegeben (Stoltenberg) und wenn, dann nur für das Gebiet der ehemaligen DDR, oder man habe das Versprechen der Sowjetunion gegeben, da die Sowjetunion aber nicht mehr existiert, sei man an das Versprechen nicht gebunden, und so wurde Russland von den USA mit immer mehr neuen Natomitgliedern an seiner Westgrenze konfrontiert.

In der Ukraine lebte seit den Eroberungen Katharinas der Großen eine sehr große russische und russischsprachige Bevölkerung, besonders im Süden der Ukraine. Praktisch war das Land zweisprachig. Z.B. war russisch  die Muttersprache von Julia Timoschenko (von 2005 bis 2010 Ministerpräsidentin) und von Janukowytsch (von 2010 bis 2014 Präsident). Chruschtschow war mehr Ukrainer als Russe. Es bestanden also sehr enge geschichtliche, politische, kulturelle, wirtschaftliche und auch verwandtschaftliche  Beziehungen  zwischen beiden Ländern, anders als zu Polen und den baltischen Staaten.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde Deutschland noch nie von Russland bedroht und wird es auch in Zukunft nicht sein.
Doch man suggeriert uns nun, dass Putin nach einem möglichen Sieg Russlands nichts Eiligeres zu tun hätte, als seine Soldaten nach Polen einmarschieren zu lassen, dann gleich weiter bis Berlin, und wenn wir nicht sofort mit zusätzlichen 100 Milliarden aufrüsten, wären unsere Demokratie und unsere Freiheit dahin. Diese absurden Behauptungen sind Standard in Kriegszeiten, denn bekanntlich stirbt dann die Wahrheit zuerst.
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Nach 1991 wurde die Ukraine von  Oligarchen regiert, die enorme Reichtümer anhäuften, das Land aber durch Misswirtschaft und Korruption noch ärmer machten als es ohnehin schon war. Juschtschenko (von 1999 bis 2001  Ministerpräsident und von 2005 bis 2010 Präsident), ein in den USA ausgebildeter Finanzfachmann, dem wahrscheinlich während seines dortigen Studiums amerikanische Interessen eingeimpft wurden, setzte sich mit Unterstützung der USA vehement für einen Beitritt der Ukraine zur Nato ein, scheiterte aber am Veto Frankreichs und Deutschlands

Er war ein extremer Nationalist, der alles Russische in der Ukraine eliminieren wollte, besonders die russische Sprache und russische Schulen und Kultureinrichtungen. Die Russen im Süden der Ukraine ließen sich diese Diskriminierung nicht gefallen. Es kam zu Krawallen, dann mit tatkräftiger Unterstützung Russlands zum Bürgerkrieg und so nahm das Unheil seinen Lauf, wobei Putin die Moral und Kampfkraft der Ukrainer unterschätzt und die seiner eigenen Soldaten überschätzt hat. Er hat auch die Wirksamkeit moderner westlicher Waffen unterschätzt.

Ich war in der Vergangenheit ein Putinversteher. Das fällt mir heute immer schwerer in Anbetracht der Verbrechen russischer Soldaten an ukrainischen Zivilisten, ihrem angeblichen Brudervolk, Aber ich will  mich nicht an der Kriegspropaganda unserer Parlamentarier und Journalisten beteiligen.

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